Schirmquallen - Scyphozoa
Schirmquallen (Scyphozoa) sind eine Klasse von Meerestieren aus dem Stamm der Nesseltiere (Cnidaria). Sie sind im Wesentlichen marine Organismen, die in allen Ozeanen der Welt vorkommen, von den polaren Regionen bis zu den Tropen. Schirmquallen sind bekannt für ihre glockenförmige oder schirmartige Form, die ihnen ihren Namen eingebracht hat. Sie sind räuberische Tiere und ernähren sich von Plankton, kleinen Fischen und anderen Meerestieren.
Merkmale
Schirmquallen haben mehrere einzigartige Merkmale, die sie von anderen Nesseltieren unterscheiden. Dazu gehören:
- Glockenförmiger Körper: Schirmquallen besitzen eine glockenförmige oder schirmartige Körperstruktur, die ihnen hilft, sich im Wasser zu bewegen. Die Glocke ist von einem Rand aus Tentakeln umgeben, die mit Nesselzellen (Nematocyten) besetzt sind, die verwendet werden, um Beute zu betäuben und zu fangen.
- Medusenform: Schirmquallen verbringen den größten Teil ihres Lebenszyklus als Medusen, der frei schwimmenden Form von Nesseltieren. Dies steht im Gegensatz zu anderen Nesseltierklassen, die ihren Lebenszyklus hauptsächlich in der Polypenform verbringen.
- Manubrium: In der Mitte der Unterseite der Glocke befindet sich eine röhrenförmige Struktur namens Manubrium, die zum Mund führt. Der Mund ist mit Tentakeln umgeben, die helfen, Beute einzufangen.
- Vier Magenkammern: Schirmquallen haben vier Magenkammern, die sich in ihrer Glocke befinden. Diese Kammern helfen bei der Verdauung von Nahrung und bei der Verteilung von Nährstoffen.
Lebenszyklus
Schirmquallen haben einen komplexen Lebenszyklus, der mehrere Stadien umfasst. Der Lebenszyklus beginnt mit einem befruchteten Ei, das sich zu einer Planula-Larve entwickelt. Die Planula-Larve setzt sich am Meeresboden fest und entwickelt sich zu einem Polypen. Der Polyp vermehrt sich asexuell durch Knospung und produziert neue Medusen, die sich vom Polypen ablösen und frei im Wasser leben. Die Medusen sind die reproduktive Phase des Lebenszyklus der Schirmquallen und produzieren Eier und Spermien, die sich wiederum zu neuen Planula-Larven entwickeln.
Umgebung
Schirmquallen leben in einer Vielzahl von marinen Umgebungen, darunter Küstengewässer, offene Ozeane und Korallenriffe. Einige Schirmquallenarten bevorzugen kältere Gewässer, während andere in wärmeren Gewässern gedeihen. Die meisten Arten leben in der Wassersäule, aber einige Arten kommen auch in der Nähe des Meeresbodens vor. Die Verbreitung von Schirmquallen kann durch Faktoren wie die Wassertemperatur, die Nährstoffverfügbarkeit und die Anwesenheit von Beutetieren beeinflusst werden.
Ökologische Bedeutung
Schirmquallen spielen eine wichtige Rolle in den Ökosystemen der Meere. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes und dienen als Beute für eine Vielzahl von Meeresorganismen, darunter Fische, Meeressäugetiere und Seevögel. Schirmquallen können auch die Zusammensetzung von Planktongemeinschaften beeinflussen, indem sie sich von Plankton ernähren.
In einigen Fällen können Schirmquallen auch eine Bedrohung für andere Meeresorganismen darstellen. Zum Beispiel können Massenansammlungen von Schirmquallen Fischbestände dezimieren, indem sie sich von Fischlarven und -eiern ernähren. Schirmquallen können auch Schäden an Aquakulturbetrieben verursachen, indem sie Netze verstopfen und Fische fressen.
Beispiele für Schirmquallen
Es gibt über 200 bekannte Arten von Schirmquallen. Zu den bekanntesten Arten gehören:
- Gewöhnliche Schirmqualle (Aurelia aurita): Diese Art ist weltweit verbreitet und häufig in Küstengewässern zu finden. Sie hat eine durchsichtige, glockenförmige Gestalt und vier hufeisenförmige Geschlechtsorgane.
- See-Nese (Cyanea capillata): Dies ist eine der größten Schirmquallenarten und kann einen Durchmesser von bis zu 2 Metern erreichen. Sie hat lange, dünne Tentakeln, die mit Nesselzellen besetzt sind.
- Box-Jellyfish (Chironex fleckeri): Diese Art kommt in den Gewässern Australiens vor und ist bekannt für ihr hochgiftiges Gift. Sie hat eine kubische Glocke und vier lange Tentakeln.
Referenzen