Algenfressende Krabbe – Percnon gibbesi

Die Algenfressende Krabbe, ebenfalls bekannt unter dem Namen Felsenkrabbe oder Flachkrabbe, ist eine Art aus der Ordnung der Zehnfußkrebse und gehört somit zum Unterstamm der Krebstiere.

Beschreibung

Percnon gibbesi hat einen flachen, ründlichen Körper mit rot-brauner Färbung. Sie besitzt fünf Beinpaare, von denen eines zu Scherenarmen umfunktioniert ist. Zudem sind die Beine gelb gestreift.

Sie werden maximal 6cm groß.

Lebensraum und Verbreitung

Die Algenfressende Krabbe lebt auf felsigem Grund mit Versteckmöglichkeiten und Algenbewuchs. Beim Tauchen auf den Kanaren kann man sie bei jedem Tauchgang beobachten. Außerdem kommt sie im Mittelmeer vor, im westlichen Atlantik von Florida bis Brasilien, im östlichen Atlantik von den Azoren, über Madeira, bis nach Südafrika und an der Pazifikküste von Kalifornien bis Chile. Im Mittelmeer gilt sie als eine der invasivsten Arten, da sie sich schnell vermehren kann.

Lebensweise

Percnon gibbesi ernährt sich vorwiegend von Aas, Algen und Detritus.
Sie sind im Allgemeinen sehr scheu und verstecken sich schnell, wenn man ruckartige Bewegungen macht oder ihnen zu nahe kommt.
Oft sieht man sie auch im Schutz von Seeigeln.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Fortpflanzungsperiode der Algenfressenden Krabbe erfolgt meist im Spätsommer bis Herbst. Weibchen tragen nach der Paarung die Eier an ihrem Abdomen bis zum Schlüpfen mit sich herum. Die Brutpflege ist dabei für Krustentiere typisch passiv; die Weibchen schützen lediglich die Eier durch Tragen, ohne sie aktiv zu bebrüten. Aus den Eiern schlüpfen planktonische Larven, die sogenannten Zoea, die mehrere Häutungen durchlaufen, bevor sie zur megalopa-Larve werden und schließlich zu adulten Krabben heranwachsen. Die Larvenstadien sind Teil des Zooplanktons und können weite Strecken zurücklegen, was zur Verbreitung der Art beiträgt.

Ökologische Bedeutung und Einfluss als invasive Art

Die Algenfressende Krabbe spielt als Algen- und Detrituskonsument eine wichtige Rolle in ihrem Ökosystem. Durch ihr Fressverhalten kann sie die Zusammensetzung des Algenbewuchses und damit indirekt die Zusammensetzung des Lebensraums beeinflussen. Jedoch kann diese Art in nicht-heimischen Gebieten ökologische Probleme verursachen. Ihre Einführung ins Mittelmeer, vermutlich über den Ballastwassertransport von Schiffen, führte dazu, dass Percnon gibbesi mit einheimischen Arten um Lebensraum und Nahrung konkurriert. Ihre hohe Reproduktionsrate und die Fähigkeit, sich in verschiedenen Habitaten anzusiedeln, ermöglichen es ihr, sich schnell auszubreiten und somit potenzielle Schäden in neuen Ökosystemen zu verursachen.

Bedrohungen und Schutzmaßnahmen

Obwohl die Algenfressende Krabbe selbst als invasive Art eine Bedrohung darstellen kann, ist sie wie viele Meeresbewohner auch von bestimmten Gefahren bedroht. Die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Verschmutzung, Küstenentwicklung und Klimawandel sind Risikofaktoren, die ihren Bestand beeinträchtigen können. Während derzeit keine speziellen Schutzmaßnahmen für Percnon gibbesi existieren, sind generelle Bemühungen zur Erhaltung mariner Ökosysteme auch für den Schutz dieser Krabbenart bedeutend. Insbesondere in Gebieten, wo sie als invasive Art gilt, werden Managementstrategien zur Bestandskontrolle und Minimierung ihres negativen Einflusses auf die heimische Biodiversität benötigt.

Forschung und Monitoring

Die Algenfressende Krabbe ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, die sich mit ihrer Ökologie, dem Verhalten und ihrer Ausbreitung als invasive Art beschäftigen. Monitoring-Programme sind wichtig, um Veränderungen in ihrer Populationsgröße und Verbreitung zu erfassen und um frühzeitig geeignete Managementstrategien entwickeln zu können. Weiterhin können Studien zu ihrer Biologie und Interaktionen mit anderen Arten dabei helfen, die ökologischen Folgen ihrer Anwesenheit in neuen Habitaten besser zu verstehen.

Insgesamt ist Percnon gibbesi ein exemplarisches Beispiel dafür, wie globale Veränderungen durch menschliches Handeln direkte und indirekte Effekte auf marine Lebensgemeinschaften haben können und unterstreicht die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Meeresressourcen.

Quellen

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